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Internetgeschichten Teil #1 – Was Restaurants und Computernetze gemeinsam haben

Daniel Andreas Becker 10
Internetgeschichten Teil #1 – Was Restaurants und Computernetze gemeinsam haben
(Bild von mohamed Hassan auf Pixabay)

Im ersten Teil unserer Reise müssen wir uns einmal anschauen, was das Internet ist. Klar, das Internet ist ein Computernetzwerk, das den ganzen Globus umspannt. Aber was ist das eigentlich, ein „Netzwerk aus Computern“?

Fangen wir erst einmal bei den „Computern“ an. Denn da müssen wir zunächst eine Unterscheidung treffen. Wenn Ihr diesen Text lest, dann verwendet Ihr ja bereits offenbar einen Computer, sei es ein PC, ein Notebook, Tablet oder Smartphone. Im Grunde ist das alles das selbe, nur in unterschiedlichen Formen und Größen.

Besteller und Servierer

Nun stellt sich die Frage, wie der Text auf eurem Bildschirm überhaupt angezeigt werden kann. Ich bin ja nicht zu Euch nach Hause gekommen und habe den Text auf Eurem Computer geschrieben (das wäre mir auch echt zu anstrengend). Stattdessen habe ich den Text auf einem anderen Computer bereitgestellt, von dem sich Euer Computer „bedient“. Und da wären wir schon bei einem Grundprinzip des Internets: Wie in einem Restaurant gibt es einen Besteller (englisch „clients“) und einen Bediener (englisch „server“). Diese beiden Computer-Typen unterscheiden sich völlig voneinander:

  • Der Bediener, also der Server, kann eine klobige Kiste in irgendeinem dunklen Keller sein. Hauptsache, er ist allzeit bereit und kann alle Bestellungen entgegennehmen und ausliefern. Sie sind die Kraftprotze im Internet.
  • Die Besteller, also die Clients dagegen, müssen vor allem praktisch sein. Sie müssen dahin gehen, wo Menschen sie benötigen und das „Servierte“ so darstellen, dass Menschen auch etwas damit anfangen können.

In einem Computernetzwerk gibt es Besteller (Clients) und Servierer (Server).

Wie reden Computer miteinander?

Bei Eurem Smartphone, PC, Notebook, usw. handelt es sich also um Clients. Wie reden sie aber nun mit meinem Server? Mund und Ohren kommen ja offensichtlich nicht in Frage. Und selbst wenn, dann wären sie ja räumlich soweit voneinander getrennt, dass nicht einmal schreien helfen würde (genaugenommen, wissen sie gegenseitig nicht einmal, wo sie sich befinden, aber dazu ein anderes Mal mehr). Stellen wir uns erst einmal vor, es gäbe wie bei einem Dosentelefon ein laaanges Kabel zwischen jedem eurer Clients und meinem Server. Über dieses Kabel können eure Clients Wörter an meinen Server senden. Zum Beispiel „Gib mir den Text aus den Internetgeschichten Teil #1“ (tatsächlich verzichten Computer regelmäßig auf ein höfliches „Bitte“, das ist vielleicht der Grund für die Übellaunigkeit der künstlichen Intelligenzen in SciFi-Filmen). Diese Bestellung kann mein Server entgegennehmen, vorausgesetzt er spricht die gleiche Sprache. Da haben Computer das gleiche Problem wie Menschen in einem fremdländischen Restaurant, in dem man die Landessprache nicht kennt. Hände und Füße können sie jedoch nicht zur Hilfe nehmen.

Es ist zwingend notwendig, dass beide Computer – Client und Server – die gleiche Sprache verwenden und den Worten die gleiche Bedeutung geben. Das trieb die Erfinder des Internets (bzw. der weniger bekannten Vorgänger) an. Das war auch die Glanzleistung, die alles was wir heute mit dem Internet anstellen, ermöglichte. Ganz einfach formuliert, erfanden sie eine Sprache, die alle Computer unabhängig vom Hersteller und Herkunft leicht erlernen konnten. „Leicht“ ist dabei relativ zu sehen. Für Menschen sind Computersprachen schwer zu verstehen. Ich werde in einer der späteren Internetgeschichten genauer auf diese „Supersprache“ eingehen. Jetzt freuen wir uns erst einmal, dass mein Server die Bestellung Eurer Clients versteht und entsprechend diesen Text über das selbe Kabel wieder zurücksenden kann.

Die Datenautobahn

Doch das mit dem Kabel müssen wir noch auflösen. An meinem Server steckt ja nicht wirklich ein Kabel zu jedem Client auf der Welt. Da geht nur ein einziges Kabel in die Wand. Offenbar nutzen also alle Clients das gleiche Kabel für ihrer Bestellungen. Das ist auch gar kein Problem, wenn man sich das wie ein Straßennetz vorstellt. Sagen wir, unser Restaurant hat einen Abhol-Service. Und um an das Essen zu kommen, startet bei Eurem Client ein kleines Auto. Das fährt aus Eurer Einfahrt heraus, auf eine öffentliche Straße, auf der auch andere Autos fahren. Irgendwann biegt Euer Auto ab auf die breite Autobahn. Da kommt man schnell voran und überwindet weite Strecken. Später verlässt das Auto die Autobahn wieder und fährt zum Zielort bis in die private Einfahrt meines Servers. Dort wird das Essen eingeladen und schon geht die Reise zurück zu Euch (zum Glück reden wir natürlich nicht wirklich über Essen, das wäre jetzt wahrscheinlich kalt).

Genau wie in einem Straßennetz gibt es in einem Computernetz also kurze private Wegstrecken und lange öffentliche Wege. Und genau wie es in einem Straßennetz Knotenpunkte (z.B. Auffahrten, Abfahrten, Kreuzungen) gibt, gibt es diese auch im Computernetz. Im zweiten Teil unserer Internetgeschichten schicken wir unser kleines Datenauto noch einmal los. Dann schauen wir uns einmal genauer an, was man auf der Reise durch ein Computernetzwerk erleben kann und fragen uns zum Beispiel, ob es da auch eine Beschilderung gibt, die einem den richtigen Weg zum Zielort verrät.


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Zur Facebook-SeiteDaniel Andreas Becker

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  1. Liiisbeth Liiisbeth

    Danke für die anschauliche Erklärung! Freue mich auf den nächsten Teil.

  2. Olephania Olephania

    Das ist ja interessant. Bin 54 Jahre und nutze auch Facebook und andere Seiten. habe aber so gar keinen Schimmer was da technisch passiert. Hat mich auch gar nicht interessiert. Hab schon ein schlechtes Gewissen wegen Viren und so.

  3. JürginhoCC JürginhoCC

    Hi Daniel,
    prima. So versteht das wirklich jeder!
    Es fehlt vielleicht noch eine Erklärung wie man auf der „Datenautobahn“ die richtige Straße findet. Oder kommt das dann in Teil 2?

    LG

  4. MdeLuca MdeLuca

    danke für die guten Beispiele

  5. Levin Levin

    Was meinst du mit Supersprache? HTTP? Java?

    • JürginhoCC JürginhoCC

      Java ist eine Programmiersprache für die Entwicklung von Anwendungen und hat erst einmal nichts mit Internet zu tun.

      HTTP ist zwar für die Darstellung von Webseiten im Internet da, aber das Internet besteht ja aus mehr als nur Webseiten.

      Wenn ich raten muss, dann würde ich auf auf das Internet-Protokoll (IP) bzw. den TCP/IP Stack tippen? Vielleicht löst Daniel das ja noch auf 🙂

      • Ja, wollte zu Beginn noch nicht so ins Detaill gehen, aber Internet-Protokoll bzw. die Vorgängerprotokolle, die eingeflossen sind, kommt hin.

  6. Taikoon13 Taikoon13

    Bin gerade über Facebook angekommen und jetzt angefixt, wann kommt der nächste Teil?

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